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Sommer 2004

Born to be a star!
Interview mit dem einzigartigen KRISS STAHL.
Der neueste & geilste Star am Pornohimmel privat:


Kriss: Willst du noch etwas trinken?
Ich: Ne danke, ich habe noch Cola. Fotografieren tue ich seit ich 8 Jahre
alt bin. Es gibt für mich nichts schöneres als andere Menschen zu
fotografieren und zu filmen.
K: Echt! Ich mache das ja auch relativ gerne. Den Wunsch vor der Kamera zu stehen
habe ich auch schon seit frühester Kindheit. Wenn ich irgendwo ne Kamera
oder nen Spiegel gesehen habe, bin ich meistens davorgesprungen und habe
mich anfangs eher zum Depp gemacht. (grinst).


I: Also du machst das schon seit du klein bist?
K: Ich zeige mich sehr gerne. Das hat etwas damit zu tun, dass dadurch wie
ich aufgewachsen bin. Alleine lebe ich seit meinem 10. Lebensjahr und in ner
eigenen Wohnung seit meinem 15. Lebensjahr. In der Kindheit sind so gut wie
gar keine Kinderfotos von mir entstanden.
I: Wie, du lebst seit deinem 10. Lebensjahr alleine?
K: Ich bin mit 10 Jahren ins Kinderheim gekommen, ohne Familie aufgewachsen,
mehrere Anstalten, Kinderheime durch. Überall bin ich rausgeflogen weil ich
nirgendwo sesshaft war und ich konnte mich nirgendwo fügen. Da hat das
Jugendamt entschlossen mich in so einer WG unterzubringen, die am Tag 3
Stunden Betreuung hat, wo ich ein gewisses Entgeld bekomme, 600 DM, womit
ich mich dann auch selbst zu versorgen hatte.
I: Mit 10?
K: Ne, det war mit 15. Ab 10 war ich in 7 Kinderheimen gewesen, immer so nen
halbes Jahr und dann bin ich wieder rausgeflogen. Davor habe ich bei meiner
Grossmutter gelebt, die dann irgendwann an Krankheit gestorben ist. Sie war
eher so meine Mutter gewesen und dadurch bin ich relativ schnell sebständig
gewesen und habe mit 18 Jahren meine Homepage aufgebaut.


I: Langsam, langsam. Wann bist du von deiner Grossmutter weggekommen?
K: Mit 8 bin ich zu meiner Grossmutter gezogen Mit 12 bin ich weggekommen,
da sie schwer krank geworden ist. Dann bin ich zu meiner Mutter gekommen und
mit 13 von heute auf morgen ins Kinderheim. Dort war ich ein halbes gewesen,
in Straussberg, dann weitergewandert. Weil es immer irgendwelche Leute gab,
die mir irgendetwas sagen wollten. Ich konnte mich einfach niemandem
unterwerfen, sozusagen.
I: Kamst du im Kinderheim mit den Jungen oder den Alten nicht klar?
K: Mit den Alten, mit den Jungen hatte ich überhaupt keine Probleme. Auch
schulisch gesehen gab es nie Probleme. In der Wohnung in der ich mit 16
Jahren eingezogen bin habe ich bis vor 2 Monaten noch gelebt, in Frankfurt
an der Oder.
I: …und dort hast du mit 16 schon deine ersten Fotos machen lassen?
K: Ja, von Kumpels, aber diese sind nirgendwo veröffentlicht und die darf
ich auch gar nicht veröffentlichen. Mit 18 fing dann der ganze Spass an. Da
kam dann mein Freund, ein Kumpel und der erzählte mir irgendwas von Model
und so. Zu dem Zeitpunkt war ich noch sehr naiv und habe das Modelding als
toll gesehen, wow! Es gibt da ja verschiedene Branchen. In Berlin bin ich
dann in ne Agentur geraten. Die hatten viele Models, aber mir haben sie als
einzigen gleich ne eigene Website gemacht und einen Exklusivmodelvertrag auf
die Backe geklatscht. Ich hatte da gut verdient. Von allem was sie mit mir
gemacht haben, habe ich 50 % bekommen. Die hatten mich aber voll verarscht.
Die hatten mir zwar ne Website *BlondBoy.de* ins Netz gestellt, die war eher
kommerziell. Dort gab es einen kleinen Vorschaubereich *FreeGallery* mit 20
Bildern und wenn man mehr sehen wollte, dann wurde man gleich zum Bezahlen
weitergeleitet. Für meine Verhältnisse habe ich damals gut verdient, da ich
nicht viel gehabt habe. Ich habe mitbekommen, dass ich hätte mehr bekommen
müssen, dann habe ich nen Aufhebungsvertrag geschlossen.
I: Aha.
K: …dann habe ich mir gedacht, was die können, das kann ich auch. Ich hatte
damals Null Ahnung von PC. Dann habe ich mich 2 Wochen hingesetzt und mich
mit FrontPage auseinandergesetzt und habe meine eigene Homepage ins Netz
gestellt. Bei mir war nun aber der grösste Bereich kostenlos.


I: Hattest du da schon den Blondskater.com ?
K: Ja, genau. Auf meiner jetzigen Website ist alles eher privat gehalten.
Ich pflege den Kontakt mit meinen Usern und die haben nen extrem grossen
Bereich, der kostenlos ist. Bezahlen müssen die halt nur die Schweinereien
(grinst).
I: Wieviele Klicks und User hast du ungefähr?
K: Seit dieser Zeit hatte ich rund 600 000 gehabt und am Tag, je nach Promo
und Werbung 500 Stück. Finanziell hat es auch mehr gebracht als mit der
Agentur und die Leute waren auch einfach zufriedener. Zusätzlich habe ich
auf meiner Homepage 3 Jungs drauf. Es waren mal mehr, aber die habe ich
wieder runtergenommen.
I: Was gibt es jetzt Neues auf deiner Website?
K: Ich habe den kompletten Memberbereich erneuert. Mit Bilder und habe die
Struktur übersichtlicher gestalltet. Dann dieses ganze Thema *Movies, DVD´s*
Dort habe ich auch den 3. Film, der am 21., zur Venus genau erscheint *The
Farm* nennt sich der.
I: Sehr geil!
K: Seit meinem 18. Lebensjahr habe ich diese Homepage und habe mittlerweile
verschiedene andere Projekte gestartet und mich auch mit mehreren Fotografen
gemeinsame Projekte gemacht, die mich fotografiert haben. Mein erstes Bild
war im Gaysir. Kannteste du den noch?


I: Ne.
K (zeigt mir veröffentlichte Bilder auf seiner Homepage): Das war nen
Stadtmagazin aus Berlin. Da war ich 18 auf dem ersten Bild. Dann ging es
weiter bis über Playground, da war ich Coverboy. Das weitere sind Sachen,
die habe ich selber an Land gezogen, ohne, dass über ne Agentur vermittelt
wurde. Weil wie gesagt, meine erste Erfahrung mit einer Agentur….
I: …ist in die Hose gegangen.
K: Ja, genau. …und da dachte ich mir, ich mach gleich mein eigenes Ding. Das
habe ich bisher auch durchgezogen.
I: Da haste einfach Fotos hingeschickt und die haben dich dann genommen!?
K: Genau! Von meinem 19. bis 20. Lebensjahr habe ich das relativ oft
gemacht. Ich habe viele Aufträge bekommen und bin auch viel rumgereist. War
auch in Amerika in San Franzisco gewesen.
I: Mit Fotoaufträgen?
K: Ja, da habe ich etwas gehabt. Bis ich mich dann schwer verliebt, ich
dachte die Liebe meines Lebens, habe…
I: In Amerika?
K: Nein, nicht in Amerika. Hier in Deutschland. Die Projekte habe ich dann
alle erstmal auf Eis gesetzt, 2 Jahre lang. So lange lief die Beziehung. Das
einzige worum ich mich in dieser Zeit gekümmert habe war die Homepage, weil
das war halt schon immer meins…
I: …dein Herz!
K: Mein Herz. Da habe ich mal angefangen und die wird auch immer so sein.
Nach dieser Beziehung habe ich wieder angefangen mich zu spezialisieren und
fing dann an mit den DVD´s, mit den Filmen. Weil während dieser Zeit in der
Beziehung kamen in regelmässigen Abständen auch immer wieder Anfragen von
Usern, von Fans kann man dazu sagen, die auch mehr wollten, die auch DVD´s
mit mir wollten. Das habe ich verwirklicht und habe bisher 3 Stück gedreht
und ich hoffe ich habe denen damit wat Jutes jetan. Ich denke schon, denn
die Reaktionen der User sind eigentlich weitaus positiv. Es gibt zwar
durchaus immer ein paar Neider, die dann versuchen irgendetwas zu erzählen,
oder mit kritischen Kommentaren…


I: Am besten man konzentriert sich auf die Menschen die einen wollen und
nicht auf die, die einen nicht wollen! Das ist immer besser.
K: Ja, aber man muss sich das andere auch geben! Weiter zu meiner Homepage.
Haste schon mal mein Gästebuch durchgelesen?
I: Ich habe mal gekuckt und es ist jedenfalls ewiglang!
K: 1432 Einträge, das hat für ne private Homepage auch was zu heissen!
I: Genau!
K: Ich habe auch einige negative Einträge, aber der grösste Teil ist: Den
Leuten gefällt´s! Tolle Sache eigentlich!
I: Ja!
K: Wenn man sich überlegt, wie die Sache angefangen hat und wie viel ich
jetzt schon erreicht habe, dann ist die ganze Sache….
I: ….richtig gut!
K: Manchen Usern erzähle ich auch ein bischen mehr. Zum Beispiel mein Gang
nach Berlin, der nicht wirklich leicht war.
I: Was war denn schwierig?
K: Die Umstellung vom Klein auf´s Gross. Ich bin ja in Frankfurt an der Oder
aufgewachsen die letzten Jahre. Ich habe meine Freunde da, es ist klein, es
ist grün. Ich bin sehr naturverbunden und die Umstellung nach Berlin war
anfangs schon ein bischen schwierig.
I: Was war das Schwierigste?
K: Eigentlich hat es mir gut getan. Frankfurt an der Oder ist nicht
unbedingt die Stadt, wo man die grosse Perspektive hat, vor allem wenn man
so wie noch Haupt- /Nebenberuflich in der Gastronomie arbeitet. Da wird man
versklavt, für wenig Geld. Dann bin ich auch viel unterwegs, für
Promosachen. Wenn ich dann nach Köln, Düsseldorf fliege, das ist von
Frankfurt an der Oder aus auch kaum zu realisieren. Es fährt zwar ne Bahn
nach Berlin. Aber im Endeffekt hat es mir schon etwas gebracht und ich habe
mich auch gut eingelebt.


I: Ja.
K: …und das Wichtigste meine Katze, mein Baby.
I: Ist die neu von Berlin?
K: Nein, die habe ich mitgebracht. Die habe ich gefunden, da war sie 2
Wochen alt. Die war in ner kleinen Kiste eingesperrt und war eher so ne
handvoll Garnichts und die habe ich dann mit der Flasche hochgezogen und
seitdem ist sie mein Baby…
I: …und wie lange hast du sie jetzt schon?
K: 5 Jahre!
I: 5 Jahre schon!
K: Ja! 5 Jahre. Sie sieht ziemlich klein aus, das ist weil sie hat keine
Muttermilch gekriegt. Ich habe sie vom ersten Tag an mit Hackfleisch
gefüttert (lacht) und sie hat es überlebt.
I: Also hast du ihr das gegeben, was sie am liebsten hat!
K (grinst): Ja! Mich! Mich!
I: Hast du Vorbilder?
K: Vorbilder würde ich so nicht sagen. Es gibt Menschen die ich bewundere,
durch ihre Stärke, durch ihren Willen sich trotzdem durchsetzen konnten;
sprich meine Oma, meine Grossmutter. Speziell das letzte Jahr, wo sie an
Krebs erkrankt ist und eigentlich leiden ohne Ende hätte müssen, war sie so
stark und hat ihren Willen durchgezogen und hat bis zu letzt an sich
geglaubt. So wirkliche Vorbilder wie Fernsehen, Stars habe ich nicht,
überhaupt nicht. Ich glaube an mich und das was ich bisher geschafft habe,
weil ich denke, heutzutage kann jeder was schaffen. Wir leben nicht mehr in
der DDR, wo….Ich weiss nicht wo du herkommst!
I: Tiefster Schwarzwald.
K: …wo halt die Chancen für jeden nicht wirklich gegeben waren. Vielleicht
nicht die ältere Generation, aber wir als junge Menschen, egal wie oder
womit, wir haben die Möglichkeiten das zu tun, uns selber hochzuarbeiten und
ich sag mal, ich sehe es an mir. Ich habe keine Familie in dem Sinne. Ich
habe von Anfang an, schon früh gekämpft, wo andere schon das tollste Leben
hatten, zu Hause und alles in den Arsch gesteckt gekriegt hatten…


I: Hmm
K: …musste ich schon kucken, wie ich mein Geld organisiere.
I: Hast du früher auch Filme gekuckt?
K (lächelt): Pornos!?
I: Ja!
K: Ja, sicher! Ich habe es geliebt!
I: …und hat es da jemanden gegeben, Jeff Stryker oder so wo du gedacht hast:
Das ist er!
K: Es gab da so ne billige Man´s Best Produktion, ich weiss jetzt nicht wie
der heisst, den fand ich superlecker und ich dachte nur *Boahgeil*. Meine
Vorstellung war es schon, mal in so nem Film mitzuwirken und in der
Beziehung mit meinem Ex, da haben wir schon auch darüber gesprochen, aber
ich dachte mir *Das kann ich ihm nicht antun! Nicht wirklich.* und jetzt
habe ich es halt gemacht. Vielleicht auch: Warum habe ich diese Filme
gedreht? Wäre vielleicht mal wichtig zu fragen!
I: Ok. Genau! Warum hast du diese Filme gedreht?
K: Hauptsächlich erstmal um die Erfahrungen für mich zu machen.
I: Welche Erfahrung?
K: *Wie ist es nun wirklich!?* und auch um Erfahrungen zu sammeln um meine
eigenen Vorstellungen und Projekte, die ich irgendwann mal vorhabe auch
umsetzen zu können, weil ich möchte, wie gesagt, selber mal produzieren. Ich
habe eigene Ideen die ich auch umsetzen möchte. Ich habe jetzt bei den
Produktionsfirmen auch gelernt, was läuft dort ab! Was läuft dort falsch ab!
Bzw. was gefällt mir persönlich an der ganzen Geschichte nicht. Ich weiss
für die Zukunft, wenn ich mal solche Sachen starte: Was würde ich besser
machen.


I: Naja, Erfahrung ist schön und gut, aber man macht so etwas schon auch,
weil man vielleicht auch exhibitionistisch veranlagt ist oder….
K: Ja, sicher! Natürlich! Das habe ich doch vorher erzählt! Ich brauche es
einfach! Ich zeige mich halt gerne. Egal, ob ich in ner Diskothek bin, egal
ob das jetzt schwul ist oder hetero. Ich reiss mir mein T-Shirt vom Leib,
ich stell mich auf´s Podest, ich animiere die Leute. Das ist wahrscheinlich
meine Ausstrahlung, nicht mal, dass ich gut tanzen kann oder so. Ich
begeistere eben die Leute. In frühester Kindheit kann ich jetzt nicht sagen,
aber so in der Jugend, hat man mir auch immer gesagt, dass ich versuchen
soll mich in dieser Branche, der Öffentlichkeit, zu etablieren. Weil es
passt mir, es liegt mir! Das habe ich auch daran gemerkt, dass….wenn ich
irgendwo Kameras entdecke oder so; ich spring davor. Beim CSD sind witzige
Sachen passiert, vor 2 Jahren. Da wollten die für ne Band casten. Da bin ich
auf die Bühne gesprungen und habe mir das Mikrofon geschnappt, Kamera stand
alles vor mir und habe da getanzt und habe da gesungen, vor der ganzen
Menschenmenge. Die Leute haben einfach nur zugejubelt und ich habe es
einfach genossen, dieses Gefühl! …oder die Mr. Gay Wahl 2002. Ich war
einfach nur Backstage als Gast dortgewesen und es waren auch einige
GogoTänzer engagiert. Ich bin einfach auf die grosse Bühne raufgehopst, nach
dieser Veranstaltung und habe dort ne Show abgelegt. Die Leute standen unten
und haben sich gefreut und haben gejubel und die GogoTänzer, ich will jetzt
nicht angeben, aber die hätten mich am liebsten runtergeschubst.
I: Krass!
K: Wenn wir gerade über Musik sprechen. Mit 19 habe ich mal gesungen. Ich
habe ne CD aufgenommen, in nem Tonstudio richtig. Aber da lag´s einfach an
der Vermarktung, die hat nicht richtig geklappt. Es wurde dieser Song BMG
vorgestellt, welcher auch auf mich geschnitten wurde. Die meinten ich passe
als Schlagersänger, ich sollte mich versuchen und die wollten mich in der
Schlagerbranche etablieren. Das war für mich allerdings nicht wirklich was.
Ich habe zwar dieses liebe Schwiegersöhnchenaussehen vielleicht und wäre für
jeden der perfekte Schwiegersohn, aber alleine mit dieser Vorgeschichte
(..und deutet auf seine Website) kann man in der Techno- Danceschiene, das
noch als gute Promotion nehmen.


I: …das passt!
K: …aber nicht in der Schlagerszene. Die Muttis kriegen nen Schock, das geht
überhaupt nicht!
I: Da ist ja ein Schwuler schon zu viel!
K: Somit wurde dieses Projekt wieder auf Eis gesetzt, aber ich habe meine
Erfahrungen da auch gemacht und kann sagen, ich habe ne eigene CD von mir
hier (grinst) wo ich singe…
I: Hast du die hier!?
K: Jaja.
(Kommentar: Kriss hat mir den Song vorgespielt und der geht einfach
megamässig ins Ohr und klingt voll geil und passt meiner Meinung nach so als
Soundtracksong für Jugendfilme wie Crazy,…)
K: Das ist ein deutscher Song und ich konnte mich zu dieser Zeit nicht
wirklich….
I: …identifizieren.
K: Ich singe auch so ganz gerne, aber noch lieber zeige ich mich!
I (zeige auf seine Tattoos): Was hast du da am Körper?
K: Oooo, meine Jugendsünden!


I: Wie kommen die da drauf?
K: Das ist mit 13 passiert. Die habe ich mir selber gemacht. Da habe ich mir
ne Maschine gebaut. Ich fand´s damals cool. Ich habe mir nen Tierbuch
genommen, hab das abgepaust auf Papier, hab das rangehalten, mit Stift
nachgezeichnet und mit ner selbstgebauten Maschine nachtätowiert. Man hat
mich zwar auch davor gewarnt, ich würde es irgendwann bereuen. Aber ich habe
nicht drauf gehört und heute bereue ich es.
I: Ne!? Die sind wunderschön!
K: Ne echt! Wirklich!?
I: Ja klar! Die sind wunderschön! Wer hat das schon!? Es gibt Menschen die
sind von oben bis unten zutätowiert und haben keine Tätowierung, die sie
sich mit 12 oder 13 selbst gemacht haben!
K: Eine möchte ich auch lassen. Hier die eine ist aber nicht wirklich schön.
Das ist ein kleiner Teufel. Das ist die erste die ich hatte, die habe ich
auch selber gemacht und die da unten sieht ein bischen nach Knast aus, das
ist halt ne Sache, die ist nicht wirklich angebracht.
I: Wieso? War das zu Zeiten im Heim?
K: Ja, das war halt wirklich im gedroschenen Zustand mit einem anderen
Kumpel noch, der hat genau das gleiche.


I: Auf Tätowierungen kann man ja auch aufbauen!
K: Nein, das möchte ich nicht. Ich hätte schon die Möglichkeiten schon öfter
gehabt, aber ich möchte mir definitiv nichts anderes mehr rauftätowieren.
Das (zeigt auf die Katze/Leoparden) lasse ich mir, weil das wird mit mir
verbunden. Das sieht man auch auf den ältesten Fotos die es von mir gibt.
I: Würdest du mir über dein neuestes Projekt erzählen?
K: Mein neuestes Projekt der *Witzigmann*. Die Gastronomie. Ich habe gelernt
in der Gastronomie und habe in einigen Einrichtungen gearbeitet unter
anderem in einer Grossküche, in nem edleren Restaurant und in nem kleineren
Restaurant, wo ich selbst schon der Küchenchef war.
I: Unglaublich!
K: Ja. Das war noch in Frankfurt an der Oder gewesen. Ich habe gelernt in
der Küche. Ich bin ausgebildeter Koch.
I: Echt!
K: Ja! Vor meiner Ausbildung als Koch hatte ich etwas andere Erwartungen als
Koch. Ich habe schon immer gerne gekocht, das habe ich wahrscheinlich von
meiner Oma mit in die Wiege gelegt bekommen. Ich habe es gerne gemacht und
koche auch wirklich mit Liebe, aber eher Freunde zu Hause im kleinen Rahmen
als wie in der Grossküche. Darum möchte ich jetzt auch nicht wirklich mehr
in der Küche arbeiten und tendiere jetzt halt zum Barkeeper im Palazzo
Witzigmann um Erfahrungen für´s Leben zu sammeln…


I: …und vor allem ist es ein Name…
K: …es ist ein Name *Witzigmann*. Ich bekomme dann auch ein Arbeitszeugnis.
Das ist jetzt aber ein bischen schwierig. Ich habe mich jetzt hier eingelebt
und muss schon wieder für 4 Monate weg nach Köln. Ich wurde auserwählt von
500 Bewerbungen.
I: Perfekt!
K: Ich denke, dass hat schon was zu sagen, aber es wird halt ein Stress sein
und vor allem habe ich noch viele andere Projekte wie jetzt diese Promotion,
diese Pornogeschichte, Fototermine und solche Sachen. ..und dies jetzt damit
zu verbinden. Witzigmann kostet eben auch viel Zeit und Elan von mir aus
gesehen. Generell möchte ich aber nicht in der Gastronomie bleiben. Ich habe
zwar eigene Projekte, die bleiben aber noch geheim.


I: Klar!
K: Gegessen und getrunken wird immer und Sex braucht der Mensch auch, dass
sind eben essentielle Bedürfnisse!
I: Genau!
K: Es gab schon öfters mal nen Tief und nen Hoch in meinem Leben, aber im
Endeffekt habe ich mich immer aufgerappelt. Ich habe es geschafft. Der Umzug
nach Berlin war auch so gewesen, dass ich ein tolles Jobangebot bekommen
habe, habe zugesagt und bin sozusagen, von heute auf morgen nach Berlin
gegangen, habe mir eine Wohnung gesucht, habe alles stehen gelassen und bin
von Frankfurt hierher.
I: So schnell kann es gehen!
K: So schnell kann es gehen, ja.


I: Wie sieht es aus mit deinem Schwulsein?
K: Mit meinem Schwulsein! Ha! Mein erstes mal!? (lacht)
I: Auch Outing und so…
K: Outing war gar kein Problem für mich. So wie es war hatte ich Glück.
Meine erste Erfahrung mit Jungs kann man sagen, hatte ich mit 10 oder 11 in
der Kindheit, so mit ein paar Pullerspiele mit Kumpels, wo es darum ging,
einfach zu probieren ob es schon klappt. Es hat natürlich noch nicht
geklappt. Mein erstes Mal wiederum war ne ziemlich seltsame Geschichte, die
wahrscheinlich auch unglaublich klingt. Das war auf Klassenfahrt mit 13 an
der Ostsee, es war ein Doppelstockbett, er schlief oben, ich schlief unten.
Ich hatte vor dieser Zeit noch nie nen Samenerguss oder nen Orgasmus, ich
kannte das nicht. Ich bin aufgewacht die Nacht und bin hoch zu ihm.
Instinktiv bin ich ihm an die Eier gegangen. Das ist keine verarsche. Ich
hatte vorher nichts. Es wusste keiner. Bis auf diese Pullerspiele mit den
Kumpels, überhaupt nichts. Ich bin aufgewacht, bin ihm an die Eier gegangen.
Er mir. Dabei bin ich das erste mal gekommen. Ich dachte eigentlich, ich
muss pissen oder so. Das war einfach so ein krasses Gefühl! Wirklich so was
von krass! Ich habe es in diesem Moment gar nicht realisiert, dass ich
gekommen bin. Er war 2 Jahre älter als ich, er war wohl mal sitzengeblieben
und war dann in meiner Klasse halt gewesen. Er hat es mir hinterher erzählt.
Ich wusste, es war ein krasses, geiles Gefühl, aber wusste jetzt nicht, dass
diese da jetzt dieses ist. Verstehste!
I: Ja!
K: …und er hat es mir halt hinterher erzählt *Du hast 2 oder 3 mal
abgespritzt*.


I: Boah!
K: Ich habe solche Augen gekriegt und gesagt *Echt, ne, oder ne!* und er
dann *Doch, na klar! …und jetzt komm mal mit aufs Klo!* und dann waren wir
auf das Klo gegangen und dann habe ich ihn zum Abspritzen gebracht, dass
heisst, da habe ich dann zum ersten mal gesehen wie ein Junge abgespritzt
hat. Nach diesem Date, nach dieser Nacht, hatten wir dann noch ne Nacht
miteinander gehabt und er wollte dann jede Nacht. Nur irgendwann hatte ich
dann…wollte ich davon nichts mehr wissen. Ich war in meiner Jugend eher so
der Mädchenheld, ich hatte immer Freundin wo nicht wirklich immer etwas
gelaufen ist. Das waren eher so Blümchengeschichten. Man sass nebeneinander
*Küschen* und hat sich gefreut und es war eigentlich nichts und das
interessantere, diese unkompliziertere würde ich sagen, war immer mit Jungs.
Es ging alles spontan ab. Man hat hinterher nicht viel darüber geredet. Man
hat sich getroffen deswegen und wusste ganz genau was abgeht, aber man hat
nie wirklich darüber geredet. Das war normal. Es hiess auch nicht *Man ist
schwul*. Dann irgendwann mit Ende 14, 15 glaube ich hatte ich das erste mal
das Gefühl, ich könnte schwul sein. Aber nur auf Grund dessen, ich hatte
mich da verliebt in einen Jungen. Also ich dachte, es ist Liebe, weil ich
habe etwas gespürt.


I: Hmm
K: Ich wollte zum ersten mal einen Jungen küssen und das hätte ich mir
früher, zumindest da wo die Spielchen waren mit den Kumpels, niemals
eingelassen, dass ich jemanden küssen würde. Da ging es rein um den
sexuellen Akt.
I: Ja.
K: …und ich war ein bischen verknallt in den und der bekam dann ne Olle und
ich war enttäuscht und dann habe ich überlegt, bin ich schwul oder bin ich
nicht schwul. Ich habe mir gewünscht *Ne, lieber nicht, lieber nicht!* und
irgendwie dann gab´s ne Frau (grinst). Mein erstes Mal mit ner Frau und ich
war dann 16. Mein Freundin damals. Ich hatte mir ihr mein erstes mal und das
war nicht wirklich so toll. Ich dachte eigentlich ich bring´s ihr nicht,
weil sie lag nur da und hat mich machen lassen. Ich hatte nul Probleme. Ich
hab sie geleckt, ich habe sie gefingert, ich hab sie gef**kt und die lag
trotzdem nur so da, einfach nur steif. Ich meine das hat mir überhaupt
nichts gebracht. Für 2 Monate war die Beziehung, dann war es aus gewesen.
Das war auch die Letzte mit ner Frau. Ja, irgendwie dann wieder nen Typen
kennengelernt in Frankfurt. In den habe ich mich, glaube ich, auch verliebt,
würde ich sagen. Ich wusste ich bin schwul! Das war auch mein erster Freund
und ich habe auch vom ersten Tag an gesagt *Ich liebe den* und habe kein
Problem damit gehabt…
I: …so schnell!?
K: …überhaupt nichts. Ich habe ihn auf der Strasse an der Hand genommen. Er
war in meinem Alter, ich habe mir gesagt, das ist scheissegal, ich bin
verliebt! Punkt!
I: Du hast den gesehen und warst schon verliebt!
K: Ja! Es lag wahrscheinlich eher daran, das da jemand war, der hat einem
Liebe zugesteckt, Zuneigung gegeben, das erste mal, das einen jemand in den
Arm genommen hat, gestreichelt hat. Das sind ja alles Sachen, die kannte ich
vorher nicht, sei es durch meine Kindheit oder Familie, gar nichts. Das war
ja immer ne Sache, ich hatte mich halt immer alleine durchgeboxt und ich
kannte das halt nicht!
I: Hmm
K: …und wahrscheinlich hat es dieses auch ausgemacht. Es war jetzt nicht
wirklich die grosse Liebe. Das war diese 2 Jahres Beziehung von der ich
gesprochen habe. Aber das war halt was tolles und mir war klar *Ich bin
schwul, und das ist auch gut so.* (Lacht)
I: …und da hast du dich dann auch geoutet oder so?
K: Ja, klar! Mir war es egal, was die Leute darüber denken. Ich habe den an
die Hand genommen, bin mit ihm durch die Stadt gegangen und das war
wahrscheinlich ein ganz komisches Bild für ne Kleinstadt…
I: In Frankfurt an der Oder!
K: Eben in Frankfurt an der Oder, das meine ich!
I: Wie wirkt das, wenn man sich da outet?
K: Ja, aber ich fand es eher krass, die Reaktion von den Menschen *Die
kucken uns an!* und ich habe dieses Gefühl genossen. Ich habe es genossen,
wenn die uns angekuckt haben! Die Frauen hatten nen Lächeln druf und die
Kerle waren alle entsetzt und ich habe es genossen. Es war einfach nur ein
gutes Gefühl. Ich habe nie deswegen irgendwo Probleme gehabt oder
gewaltätige Handlungen. Ich habe in Frankfurt an der Oder mit bei meinen
Freunden auch einen Namen gehabt, einen überwiegend nur heterosexuellen
Freundeskreis. Ich war da immer gut anerkannt und ich habe nach dem ich mich
auch geoutet habe, das nicht so rausgehängt *Ich bin schwul*. Die meisten
Leute waren immer noch dagewesen und es gab so einige die haben gelässtert
oder haben blöd gekuckt aber mit denen habe ich mich nicht mehr abgegeben.
I: Ja.
K: Ok. Es gab Zeiten, da ging es mir nicht wirklich gut. Da hatte ich so
einige Probleme in Frankfurt gehabt, was auch Umgang betrifft, Drogen und
so´n Spass und dann gab es irgendwann mal ne Lehrerin in der
Berufsschulklasse, die meinte zu mir nur einen Satz und ich glaube darauf
habe ich auch alles andere aufgebaut. Da war ich im Vorbereitungsjahr, 16,
kurz bevor ich in die eigene Wohnung gezogen bin, die meinte zu mir: Wenn
ich irgendwann mal, egal bei wem nur ein schlechtes Gefühl habe, von Anfang
an, bei irgendeinem Menschen, halte sofort Abstand von dem, egal was es nur
ist! Darauf habe ich mein ganzes weiteres Leben aufgebaut und von dem Moment
an, hatte ich keine weiteren Probleme mehr! Mit keinem mehr!

I: Sehr gut!
K: Ich danke dieser Frau und wenn sie heute sehen würde, dann würde ich ihr
genau für diesen Satz danken, weil genau ab da an hat sich so viel für mich
verändert. Ich war genau 16, das war genau die Zeit von dieser WG in die
eigene Wohnung. Ich bin da eingezogen, habe nen neuen Freundeskreis
aufgebaut gehabt, aber mit dem Schwulsein. In dem Dorf hat es auch Leute
gegeben, die sich gegenseitig abgezogen haben. Ich hatte nie Probleme mit
solchen Sachen, ich habe das immer vorher erkannt und habe mich
diesbezüglich weiterentwickelt.
I: Hast du dich abgeschottet?
K: Nein, nicht abgeschottet. Ich wusste, wem ich vertrauen kann! …und in dem
kurzen Lebensweg habe ich doch ne Menge Erfahrung mit Menschen gemacht. Ich
kann schnell Menschen einschätzen. Was ich jetzt allerdings auch
festgestellt habe, ist, dass wenn man Menschen, wo man ein schlechtes Gefühl
hat, wo man sich nicht immer fernhalten kann, ist auf beruflicher Ebene. Es
gibt jetzt teilweise auch Menschen die man nicht abkann. Die man einfach
nicht abkann! …und man muss aber mit denen. Man muss sich vertändigen. Man
sich verständigen, weil man vielleicht auch gemeinsame Projekte miteinander
hat, die man irgendwie verwirklichen möchte und man kann sich nicht riechen
und muss miteinander! Das ist ein bischen schwierig.
I: Ist das jetzt eher die Gastronomie oder eher die Pornobranche?
K: Gastronomie ist möglich, dass dasda auf mich zukommt, aber ich rede
jetzt eher von dieser modelgeschichte, weil teilweise Fotografen bringen
einen selber weiter, aber man als Model bringt die ja auch weiter.

I: Natürlich! Ein Geben und Nehmen!
K: …und bei mir ist es so, dass ich mein eigenes Ding schon immer mache und
den Fotografen eben nicht so auf der Pelle hänge *Du bist der Beste, du bist
der Grösste!*. Ich bin eben nicht einer dieser Models und ich habe eben
gemerkt, dass ich meinen eigenen Willen habe und meine eigene Planung, wenn
ich irgendetwas verwirklichen will!
I: Zum Glück!
K: Das ist aber wirklich ein minimaler Teil von Modellen, die so denken. Ich
habe meine Prinzipien. Ich habe z. B. gesehen, es gibt Modelle die würden
alles machen um irgendwie an Ruhm zu kommen und um ihre Karriere zu
verwirklichen. Einfach alles! Ich bin da anders. Ich weiss ganz genau, wenn
ich irgendwas erreichen will, dann geht es auch so und ich muss da nicht mit
irgendjemandem ins Bett springen. Da bin ich eben anders und da ecke ich
auch an! Wenn ich da gewisse Sachen nicht zulasse und man mir da zu Nahe
möchte, was ich halt schon mehrfach erlebt habe, in der ganzen modelbranche
und ich mich dann abgeschottet habe und eben auch Klartext gesprochen habe,
wie ich mir das vorstelle, was ich eigentlich will, dann wird es ein bischen
schwierig. Es ist ja auch teilweise so, dass die mich auch brauchen!
I: Natürlich! Du bist ein absolutes Pferd! Überall wo du mitmachst und deine
Finger drin hast, dass ist dann so wie Gold. Inklusive mir jetzt! Da kann
man sagen *Danke, dass es dich gibt!*
K: Moment!
I: Ja! So ist es!
K: In der Beziehung wo ich jetzt 2 Jahre war….
I (unterbrich): Egal ob du bei einem Film mit machst oder mit Fotos in einer
Zeitschrift bist, da bist du genau so jemand, von meinem Gefühl her, so wie
du es mir vorher beschrieben hast, in der Diskothek, wenn du dich aufs
Podest stellst. Du begeisterst die Leute!
K: Genau! Das merke ich auch auf meiner Homepage. Wenn ich mit Leuten
chatte, die Fotos von mir gesehen habe, auf welchen ich sehr arrogant und
fast unnahbar wirke und mit mir dann ein paar Sätze gewechselt haben, sind
die dann voll begeistert, die hätten mich nie so eingeschätzt.
I: Ja!
K: Weil ich eben nicht nur meine Interessen versuche zu verwirklichen,
sondern ich gehe auch auf deren ein.
I: Hmm
K: Was ich noch sagen wollte. Die Beziehung die ich da hatte ist genau zu
Silvester geendet, eigentlich relativ tragisch, aber ich will jetzt nicht
darüber reden….
I: Ok!
K: …da habe eben versucht meine Sachen zu verwirklichen. Da war ich schon in
Zeitungen, Fotoshootings für verschiedene Websiten und ich war eigentlich
schon relativ weit gewesen. Das bereue ich jetzt eigentlich, dass ich in
dieser Zeit so gut wie alles auf Eis gesetzt habe. Ich könnte jetzt
eigentlich schon weiter sein.
I: Ja! Aber bei der Liebe gibt es nie etwas zu bereuen.
K: Ja, aber ich dachte es ist für immer. Ich habe mich so drauf eingestellt.
Das war für mich wirklich das Absolute.
I: Aber wenn es um die Liebe geht, dann gibt es nichts zu bereuen.
K: Aber von heute auf morgen war er weg! Wirklich! Von heute auf morgen!
I: Das passiert auch Leuten nach 30 Ehejahren…
K: Ja, aber wo ist er hin?
I: …oder, wenn jemand mal kurz Zigarettenholen geht und sich nach 5 Jahren
mit ner Postkarte von Australien meldet.
K: Das ist aber krass!
I: Klar ist das schlimm! Das ist schrecklich!
K: Man wird geprägt. Mir wurde die Unschuld genommen!
I: Ja genau! Es wird das Herz zerrissen, es wird darauf rumgetrampelt und
man muss dann kucken wie man damit zurechtkommt!
K: Wiederum hat es mir auch etwas gebracht. Ich konnte meine Ausbildung
verwirklichen und diese Absicherung für´s Leben, was ja auch sehr, sehr
wichtig ist und nicht darauf verharren mit dieser Pornogeschichte gross und
berühmt zu werden. Man sollte auch wirklich eine Sicherheit haben. Die
Sicherheit muss man haben! Man ist genau so schnell unten wie man oben ist.
Es kann immer was passieren und das ist auch der Grund für diese
Witzigmann-Geschichte. Ich mache das, ich nimm das mit, falls das alles
schief geht, falls das alles nicht so klappt, wie ich mir das irgendwann
vorstelle, wie ich es mir irgendwann erhoff, kann ich immer noch auf etwas
zurückgreifen, was gleichwertig eigentlich ist, aber ein komplett anderes
Ding ist. ..und schau´n wir mal, ich werde meinen Weg schon machen.
I: Natürlich machst du das! Du bist so *Born to be a star*!
K: Oh!
I: Oh ja!
K: Bitte! Bitte! Willst du ein Autogramm?


I: Ja bitte!
K (lacht): Jetzt gleich!?
I: Ja!
K: Kriegste dann!
I: Im ernst! Du bist für mich ein Mensch,…
K: Ich bin halt ein Einzelkämpfer.
.. Ich mache es nicht mal wegen des Geldes wegen. Wie gesagt, die Filme habe
ich nicht gedreht wegen des Geldes wegen, weil darauf kann man scheissen,
das Honorar ist nicht viel.
I: Taschengeld!
K: Ja, Taschengeld. Bzw mann sollte immer eine sicherheit haben und nicht
davon ausgehen , davon leben zu wollen. Es ist eine nette nebenerscheinung
mit der man sich andere kleine wünsche erfüllen kann.…und mir ging es
einfach auch um die Erfahrung und dass ich meinen Kunden auf der Homepage
was bieten kann und das haben sie jetzt und damit macht man sich auch selber
populär. Ich habe es halt auch erlebt, dass agenturcheffe / produzenten
versucht haben, Menschen zum Star zu machen, wo sie an ihn glaubten, wo er
selber das aber gar nicht wollte.
I: Das geht nicht!
K: Das geht nicht und das finde ich selber traurig. Ich würde mich
wahrscheinlich auch drauf einlassen, wenn viele Menschen nicht ne
Gegenleistung dafür erwarten würden. Und das ist auch der grund warum ich
nicht wirklich bei vielen Produktionen bzw diversen labels mitgewirkt
habe, bzw. nicht mitwirken wollte.. Verstehst du was ich meine?
I: Nein.
K: Natürlich verstehst du das!
I: Nein!
K: Man erwartet von den Modellen eine Gegenleistung. Sie bringen dich ganz
gross raus und du gehst mit ihnen dafür ins Bett oder was weiss ich.
I: 50 % der Leute schaffen es so und die anderen schaffen es ohne.
K:Ich habe halt meine Prinzipien und würde es nie für´s Bett machen und ich
habe bisher so viel geschafft, ohne, dass ich mit jemandem ins Bett gehen
musste.
I: Ne, man muss mit keinem ins Bett gehen.
K: Ich habe eben erlebt, dass es Modelle gibt, die würden alles machen.
I: Entweder man ist es oder man ist es nicht! Man kann ja alles sein. Es
gibt die Spitze, es gibt das Mittelfeld und es gibt das Hinterfeld und wo
man ist, da bleibt man. Da kann man machen was man will. Wenn man im
Mittelfeld ist, da kann man mit Leuten ins Bett gehen soviel man will, man
wird im Mittelfeld bleiben und wenn man Top ist, dann ist man Top, ob man
jetzt mit jemandem schläft oder nicht.
K: Sicher. Was ich meine ist, dass es Leute gibt, die machen einfach etwas
gegen ihren Willen. Die machen Dinge, die sie eigentlich nicht wollen und
das finde ich traurig. Wenn sie Spass daran haben und die Sexualität damit
verbinden, ist das alles ok. Null Problem! Aber wenn die Menschen gegen ihre
eigenen Prinzipien verstossen, das finde ich traurig. Weil gerade die kommen
eben nicht weiter. Das sind Leute die sieht man dann 1, 2mal und gibt´s dann
nicht mehr.
I: Dein Name Kriss Stahl!?
K: Das ist ein Name, den ich mir selber ausgedacht habe. Kriss mit *K* und
doppel *S*. Kriss mit K und einem S gibt es schon, aber noch keinen mit
doppel *S*
I: …und Stahl ist die Farbe deiner Augen! Oder?
K: Ja!
I: Stahlblaue Augen hast du ja!
K: Das kann man ja so sehen.
I: Hast du schon mal Modemässig etwas entworfen?
K: Als Kind bei meiner Oma, das weiss ich noch ganz genau, da habe ich die
Gardinen auseinander geschnitten und habe mich daran gesetzt und wollte
diese zusammennähen und jetzt habe ich mir mal Klamottenklebstoff gekauft,
Textilkleber, da braucht man nicht mehr nähen. Vorstellungen habe ich, aber
das kommt irgendwann.


I: Hast du irgendwelche Fetische?
K: Vorstellungen und Phantasien! Sagen wir es mal so. Mit 16, 17 konnte ich
mir das nicht vorstellen, obwohl das Schwulsein ja meistens mit irgendeinem
Fetisch verbunden wird. Ich dachte mir immer *Oh Gott! Was machen die da!
Die peitschen sich aus! Die Fesseln sich und so.* Aber ich glaube umso älter
ich werde umso mehr verstehe ich es eigentlich. …und ja der Drang ist da.
Die Neigung kann ich jetzt nicht sagen, ob zum Aktiven oder zum Passiven.
Passiv nicht. Oder ja, ich würde sagen beides. Ich könnte mich in beides
reinversetzen, es kommt dann nur auf mein Gegenüber an und die Erfahrungen
habe ich noch nicht gesammelt. Noch nicht wirklich. Also ich mag es schon,
wenn es ein bischen härter, ein bischen heftiger beim Sex abgeht. Ich mag
keinen Blümchensex. Ok die Kuschelnummer, vielleicht mal. Ja, aber es sollte
schon ein bischen krasser abgehen. Ich würde sagen, ich habe noch nie
wirklich das richtige Gegenüber dafür getroffen. Ich habe es bei meinem
Ex-Freund angespielt, so ein paar Sachen, wo ich gesagt habe, so könnte ich
mir das vorstellen. Ich möchte jetzt nichts direkteres sagen, aber es hatte
einfach nicht geklappt. Ich hatte auch hier in Berlin jemanden
kennengelernt, der versucht hat den Typ rauszuhängen, so nen Proll
raushängen und wollte mich so zu sagen an die Leine nehmen; mich als Frau,
er als Kerl, weisste! *Mach mal dat! Mach mal so!* aber wenn dann muss es
schon ein Kerl sein und das auch so rüberbringen. Ich denke, dann kann ich
mich in die Rolle des Passiven schon reinversetzen.
I: Ja.
K: Wiederum macht es mich auch an, wenn ich da so nen kleinen, süssen, etwas
feminineren, devoten Typen hätte, der das auch rüberbringt. Ich denke, dann
kann ich mich auch ganz gut in die aktive Rolle reinversetzen.
Aber im endeffekt sollten die rollen schon gleich verteilt sein, und
wenn es drauf ankommt bzw wenn es erst wird sollte jeder die hose
an haben !
I: Das war jetzt ne megageile Antwort!
K (lacht): Wirklich! Nein!
I: Mit Fetisch habe ich dabei ja jetzt eher auf was anderes angespielt. So
Sneaker, Jeans, Sox oder hast du 50 Paar Turnschuhe im Kasten oder
Gummioberteile?
K: Ne, überhaupt nicht. Wo ich mit bei der Gummi-, Ledergeschichte gedacht
habe ist *Man sieht es nicht wirklich an Jüngeren.*
I: Noch nicht! Dafür bin ich da! (grins)
K (lacht): Konkurrent ja!
I: Ne, ich bin keine Konkurrenz!
K (lacht): Das sind meine Vorstellungen! Daran könnte ich mich aufgeilen.
Ich kenn´s nicht. Ich habe das noch nicht gesehen. Auf dem Strassenfest war
so ein kleiner, süsser mit seinem Herren, da dachte ich mir schon, den
könnte man mal so nehmen. (grins) (den süssen) (grins)
I: Ja, genau! Sonst irgendnen Fetisch; Haare, Füsse, dick, dünn, gross,
klein…
K: Ne, vielleicht ne Nase oder ne Narbe die interessant ist. Mein Ex-Freund
war ja auch nicht der Schlankeste gewesen, aber der konnte mit seiner Masse
umgehen (lacht)
I: Hmm
K: Magst du noch was trinken?
I: Ich habe noch. Nochmal zu deiner Website!
K: Bei meiner Website bei der Agentur gab es halt kaum Text, nur *Ich bin
geil! Steh auf F**ken! Steh auf…* und werde geil wenn man mich dabei
beobachtet. Also die richtig krassen Sachen und jetzt sind einfach auch
Rechtschreibfehler drin. Das liegt vor allem daran, dass ich halt so
schreibe wie ick spreche und chatte. Dann schreibe ich *Icke dat* und
*dätte* und die Leute sehen da aber auch, dass das privat ist.
I: Perfekt!
K: Ja, das wird auch immer überarbeitet und es kommen noch ein paar Sachen
rein. Manche Sachen stehen drin seit ich 18 bin und ich merke einfach auch,
dass man sich verändert.
I: Ja, klar! Es wäre ja traurig, wenn sich nichts verändert.
K: Ich weiss noch mein erster Freund, den ich 1 Jahr hatte. Das war eher ne
sexuelle Beziehung, weil ich hatte meine Freunde und er war extrem
sexbesessen von mir und auch von vielen, vielen anderen Typen und ich hatte
halt immer diese Grundeinstellung *Ne Beziehung sollte treu, monogam und all
diese tollen Sachen auch wirklich ausmachen.* …und er stand irgendwann mal
vor mir und meinte *Sorry, ich liebe dich über alles, aber ich kriege meinen
Schwanz nicht in den Griff!* Es tut ihm alles so leid und er hat dann
geweint und ich habe dann die Sache beendet, weil ich konnte mit der Sache
absolut nicht umgehen, dass er auch mit anderen f**ken will und solche
Sachen. Das war vor der Pornogeschichte!
I: Ja.
K: …und diesbezüglich hat sich meine Einstellung geändert. Also sicher wenn
man in ner Beziehung ist, kann man gemeinsam Spass haben, mit mehreren. Denn
es gibt Liebe und es gibt Triebe
I: Ja.
K: Das klingt vielleicht bekloppt, ne das klingt nicht bekloppt, aber das
habe ich begriffen über die Zeit. Man hat seine Triebe und man hat seine
Liebe!
I: Genau! Treiben kann man es mit allen und jedem, aber lieben tut man, in
der Regel, nur einen Menschen
K: Genau. Alles Erfahrungen aus denen ich gelernt habe. Ich habe oft, wie
man sagt, auf die heisse Herdplatte gegriffen, aber man hat draus gelernt,
man fasst nicht wieder drauf.
I: Du siehst auf den Fotos oft sehr trainiert aus. Trainierst du
regelmässig?
K: Ich trainiere nicht, nein. Aber ich laufe sehr gerne. Ich verzichte
freiwillig auf Bus und Bahn. Ich fahre viel Fahrrad. Jetzt in Berlin nicht
mehr, weil mein Fahrrad ist nicht hier. Ich bewege mich aktiv und daher
kommt´s. Sicherlich ein Stückchen Veranlagung wird es auch sein.


I: Aber so 3mal pro Woche Fitnesscenter oder so?
K: Ne, überhaupt nicht. Dafür habe ich überhaupt nicht den Elan. So kleinere
Stücke in Berlin laufe ich halt auch, andere sitzen 2 Stationen in der Bahn,
weil sie zu faul sind um zu gehen. Auch durch´s Tanzen in der Discothek. Das
hat ja auch alles was mit Verbrennung zu tun.
I: Ja, klar!
K: Jetzt wo auch die Promo auf der Venus ist und ich meine Muskeln extrem
anspanne, werden die relativ schnell fest und wirken stark, da mache ich
dann schon auch mal ein paar Liegestütz vor dem Schlafengehen oder nach dem
Aufstehen. Das ist aber auch schon alles.
I: Ja.
K (grinst): Ein Geheimrezept kann ich verraten! Mein Geheimnis: Wenn ich
draussen laufe und ich möchte einen schönen Körper haben, ich spanne immer
meine Muskeln an. Ich spanne eigentlich rund um die Uhr meine Muskeln an.
Beim Reden, beim Sprechen, wenn ich enge T-Shirts anhabe, einfach damit es
stärker aussieht, da werden sie auch gleich trainiert. Ich habe in meiner
Jungend irgendwann in ner Zeitung gelesen, ich glaube, es war der Focus oder
so, da stand so ein Plan über Muskelanspannung drin. Man soll 2mal am Tag
den Po einfach mal so 100mal anspannen. Das ist das beste Training
überhaupt. Ich hatte früher absolute Probleme mit meinem Arsch. Ich fand
alles an meinem Körper schick bis auf meinen Po und meine Füsse und der Po
ist mittlerweile, ich kann einfach nur sagen, toll.
I: Ja, zum Reinbeissen!
K: Alleine bei dieser Agentur Man´s Art habe sie gesagt: *Ich bin das Model
mit dem geilsten Arsch!*.
I: So wie der Jean-Claude van Damm, der hat auch mal in nem Interview
gesagt, nachdem sie ihn nach seinem geilen Arsch gefragt haben, dass er
mindestens 100mal am Tag die Arschbacken zusammenkneift….
K: …genauso wie ich! Das ist auch ein bischen narzistisch. Ich stehe vor dem
Spiegel und posiere und spanne dabei meine Muskeln an. Dabei wird es einfach
trainiert!
I: Tipp für alle!
K: Tipp für alle, so zu sagen!
I: Das ist sehr nett von dir! Du bist ein toller Mensch!
K: Ich komme ja eigentlich von so nem ganz kleinen Dorf. Von so nem
Bauernhof mit ganz vielen Tieren. Wir hatten so Kumpels untereinander und
sind in den Wald gegangen und haben uns so Buden gebaut und haben uns halt
auch aktiv bewegt. Wir waren halt nicht in der Stadt eingesperrt und waren
nur mal zum Fussball draussen. Vorm Fernseher oder so haben wir nicht
wirklich rumgehangen. Du warst ja auch nicht so faul, oder!?
I: Tiefster Wald, 2000 Einwohner Dorf, mit dem Auto eine Stunde durch den
Wald bis in die nächste Stadt.
K: 2000 ist ja noch viel. Bei mir waren nicht mal 1000. Da war eine Strasse
und ne Querstrasse, viel Natur, Wald….
I: Die Schlimmsten kommen vom Land! (lach)
K: Wahrscheinlich, denke ich auch! Also ich mag die Typen. Mein Ex-Freund
kam auch vom Dorf.


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